Offshoring und eine neue Phase der Internationalisierung von Arbeit
ISF-Forschungsschwerpunkt
Arbeit und Interesse, Arbeit und Globalisierung, Arbeit und Informatisierung
Projektträger
Gefördert von der Hans-Böckler-Stiftung
ProjektbearbeiterInnen
| Dr. Tobias Kämpf | 089 / 27 29 21 - 40 | tobi.kaempf@isf-muenchen.de |
| PD Dr. Andreas Boes | 089 / 27 29 21 - 42 | andreas.boes@isf-muenchen.de |
| Dr. Kira Marrs | 089 / 27 29 21 - 0 | kira.marrs@isf-muenchen.de |
Projektlaufzeit: 7/2007 bis 12/2009
Idee
Die öffentliche Diskussion um Begriffe wie „Offshoring“
und „Nearshoring“ deutet eine neue Phase der
Internationalisierung von Arbeit an. War bislang vor
allem die industrielle Fertigung Gegenstand von Internationalisierungsprozessen,
so sind heute auch bestimmte
Dienstleistungsbereiche betroffen, die bislang
als weitgehend „internationalisierungsresistent“
galten. Mit dem Aufstieg neuer I&K-Technologien
(z.B. Internet) und der anhaltenden Informatisierung
der Arbeitswelt kann nun auch die Arbeit vieler „Angestellter“
und „Kopfarbeiter“ weltweit verteilt erbracht
werden. In vielen Off- und Nearshore-Regionen
stehen hierfür mittlerweile ausgebildete Fachkräfte
zur Verfügung, die zudem bereit sind, für einen
Bruchteil deutscher Löhne zu arbeiten.
Als Vorreiter dieser neuen Phase der Internationalisierung gilt die IT-Industrie. Heute erweisen sich auch der Aufbau sog. „shared services center“ in Niedriglohnländern, in denen Unternehmen ihre Verwaltungstätigkeiten konzentrieren, sowie die zunehmende Internationalisierung von Forschungs- und Entwicklungsabteilungen und Ingenieurstätigkeiten als weitere zentrale Felder.
Damit stehen die Beschäftigten dieser Branchen vor einer neuen Ausgangssituation: auch als „Angestellte“ und „Kopfarbeiter“ sind sie nun den Zwängen der Globalisierung ausgesetzt und müssen mit Arbeitskräften aus der ganzen Welt konkurrieren. Die Herausforderungen, vor denen sie stehen, sind dabei nicht einfach: auf der einen Seite müssen sie sich mit der möglichen Verlagerung ihrer Arbeitsplätze auseinandersetzen, und auf der anderen Seite werden sie als hochqualifizierte Fachkräfte oftmals zu zentralen Akteuren in Internationalisierungsprozessen, die ohne ihr Know-how kaum erfolgreich verlaufen können. Im Mittelpunkt des Forschungsprojektes sollen deshalb die Beschäftigten und ihre Erfahrungen im Umgang mit der neuen Phase der Internationalisierung stehen.
Ziel
Gegenstand des Forschungsprojekts ist eine explorative
Untersuchung der Auswirkungen und Folgen
der neuen Phase der Internationalisierung. Ziel ist
es, diese Entwicklung in unterschiedlichen Feldern
(Software-Entwicklung, Verwaltung sowie R&D) jeweils
aus der besonderen Perspektive der Beschäftigten
in den Blick zu nehmen:
- Wie erleben „Angestellte“ und „Kopfarbeiter“ die Internationalisierung ihrer Arbeit?
- Welche Erwartungen, Hoffnungen und evtl. Ängste verbinden sie damit?
- Wie gehen sie mit neuen Unsicherheiten und dem Wandel ihrer Arbeit um?
- Welche Maßnahmen erwarten die Beschäftigten von Unternehmen, Gewerkschaften und Politik?
Methode
Die Analyse erfordert ein methodisches Vorgehen,
das sowohl auf der Ebene des Individuums als auch
auf der Ebene des Unternehmens ansetzt. Im Mittelpunkt
stehen Interviews und Gruppendiskussionen
mit betroffenen Beschäftigten. Sie sind eingebettet
in Unternehmensfallstudien. Insbesondere der Vergleich
der gewählten Felder gewährleistet eine hohe
Generalisierbarkeit der Ergebnisse.
