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Evaluation der Leistungen zur Beschäftigungsförderung nach § 16e SGB II: Operationalisierung und Exploration von Beschäftigungsfähigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe

ISF-Forschungsschwerpunkt

Arbeit und Gesellschaft, Arbeit und Betrieb, Arbeit und Subjekt

Projektträger

Gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Das Forschungsvorhaben ist ein vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg (IAB) drittmittelfinanziertes Teilprojekt der „Evaluation der Leistungen zur Beschäftigungsförderung nach § 16e SGB II“

ProjektbearbeiterInnen

Prof. Dr. habil. Sabine Pfeiffer 089 / 27 29 21 - 0 sabine.pfeiffer@isf-muenchen.de
Dr. Petra Schütt 089 / 27 29 21 - 45 petra.schuett@isf-muenchen.de
Dipl.-Soz. Tobias Ritter 089 / 27 29 21 - 74 tobias.ritter@isf-muenchen.de

Projektlaufzeit: 7/2009 bis 12/2010

Projekthintergrund

Langzeitarbeitslosigkeit determiniert das Leben der Betroffenen auf unterschiedlichen Ebenen: Limitierte Zugänge zu ökonomischen Ressourcen, Gefährdung von Erhalt und Genese eigener Beschäftigungsfähigkeit, Ausschluss aus Prozessen gesellschaftlicher Teilhabe bedingen und reproduzieren sich in diesem Zusammenhang oft wechselseitig und können bei Personen mit besonderen Vermittlungshemmnissen zu einer Persistenz im Hilfebezug führen.

Mit den Leistungen zur Beschäftigungsförderung (§ 16e SGB II) hat der Gesetzgeber ein Instrument geschaffen, das für diese Personengruppe zusätzliche Leistungen in Form von Zuschüssen an den Arbeitgeber vorsieht. Damit verbindet sich die Erwartung, geförderte Arbeit wirke kompensatorisch zu den fehlenden Integrationseffekten, die sich aus der Teilhabe an marktvermittelten, „regulären“ Arbeitsverhältnissen ergeben. Ferner stellt sich die Frage inwiefern das Instrument langfristig zu einer Steigerung des Arbeitsvermögens der geförderten Personen und damit zu einer erwerbsweltlichen Befähigung beitragen kann. Die Realisierung solcher Verwirklichungschancen kann, ebenso wie gesellschaftliche Teilhabeeffekte, nur unter Berücksichtigung aktiver Beteiligungsleistungen der durch den Beschäftigungszuschuss geförderten Personen erfasst werden. Damit kommt nicht nur dem jeweils spezifischen Arbeitsumfeld geförderter Beschäftigung besondere Bedeutung zu, sondern auch der individuellen biographischen Perspektive, der Entwicklung biographischer Pläne sowie dem Selbstbild der Betroffenen. Im Arbeitszusammenhang konkretisiert sich Teilhabe als interaktives Geschehen, dessen Gelingen nicht nur von dem Geförderten, sondern auch vom Handeln seiner Umwelt abhängig ist. Arbeitsvermögen bildet und verausgabt sich dabei gleichsam im aneignenden Umgang mit Arbeitsmitteln, Arbeitsgegenständen sowie in konkreter Auseinandersetzung mit Arbeitsorganisation. Dabei bleibt die Entwicklung individuellen Arbeitsvermögens in geförderter Beschäftigung abhängig vom Passungsverhältnis zwischen gestellten Anforderungen an die geförderten Personen und vorhandenen Ressourcen bei den Geförderten – von den Optionsräumen zur Aneignung, die in diesem Zusammenspiel eröffnet werden und die es zu untersuchen gilt. Zudem ist nachhaltige Teilhabe an der Arbeitswelt durch eine gelingende, auch informelle, Sozialintegration in den Betrieb gekennzeichnet. In diesem Zusammenhang ist zu analysieren, ob sich die Genese von Arbeitsvermögen unter den Bedingungen geförderter Beschäftigung grundlegend von der unter den Bedingungen marktvermittelter, „regulären“ Beschäftigung unterscheidet.

Zielsetzung

Da Teilhabe und Verwirklichungschancen im gesamten Lebenszusammenhang zwar über die Integration in das Erwerbsleben vermittelt sind, jedoch nicht in diesem aufgehen, gilt es auch Effekte jenseits erwerbsweltlicher Bereiche zu untersuchen. Etwa die Integration in private soziale Netzwerke, das Engagement in sozialen, kulturellen und Bildungsaktivitäten. Ziel des Forschungsprojektes ist es, neben erwerbsweltlichen Integrationseffekten und Entwicklungspotenzialen auch diese lebensweltlichen Aktivitäten in den Blick zu nehmen und dabei mögliche Interdependenzen zwischen den Bezugssphären von Arbeitsvermögen nachzuvollziehen. So ist es möglich, dass soziales Engagement oder die Entwicklung bzw. der Ausbau privater Netzwerke durch betriebliche Integration angestoßen werden. Die qualitativ angelegte Explorationsstudie fragt daher nach den Bedingungen, nach den Optionsräumen und Prozessen, die gesellschaftliche Teilhabe und damit auch die Entwicklung von Arbeitsvermögen durch Integration in Erwerbsarbeit mittels der Gewährung von Beschäftigungszuschüssen nach §16e SGB II fördern oder behindern. Dabei soll der Prozessperspektive durch ein im Längsschnitt angelegtes Untersuchungsdesign Rechnung getragen werden.

Dabei sind relevante Untersuchungsdimensionen auf Fallebene:

Projektpartner

Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)

Weitere Informationen:

Bücher/Artikel

Arbeitspapiere/Vorträge