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balance.arbeit. Vom reaktiven Störungs- zum prospektiven Ressourcen-Management – Kompetenz und Polyvalenz zur internen Flexibilisierung

ISF-Forschungsschwerpunkt

Arbeit und Innovation, Arbeit und Betrieb, Arbeit und Subjekt

Projektträger

Das Vorhaben wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert. Betreut wird das Projekt vom Projektträger im DLR, Organisationseinheit Arbeitsgestaltung und Dienstleistungen.

ProjektbearbeiterInnen

Prof. Dr. habil. Sabine Pfeiffer 089 / 27 29 21 - 0 sabine.pfeiffer@isf-muenchen.de
Dr. Stefan Sauer 089 / 27 29 21 - 0 stefan.sauer@isf-muenchen.de

Projektlaufzeit: 9/2009 bis 4/2013

Notwendigkeit der Vereinbarkeit von Stabilitäts- und Flexibilitätsanforderungen

Planungswissen zur Stabilisierung und Standardisierung der Betriebsabläufe ist in den meisten Unternehmen Dauerthema. Die Anforderungen an Flexibilität und deren konkrete Umsetzung finden auf der Planungsebene dagegen wenig Berücksichtigung. Flexibel auf Kundenwünsche und Störungen zu reagieren wird damit zur Anforderung einzelner Beschäftigter oder Arbeitsgruppen, muss aber oft inoffiziell und gegen geltende Standardisierungslogiken ‚nebenher’ erfüllt werden. Die gängige Methode dabei ist ein ‚reaktives Störungsmanagement’: erst beim Eintreten einer Störung wird (hektisch) reagiert, nicht selten stehen währenddessen die Prozesse still. Wesentlich effektiver und gleichzeitig nachhaltiger wäre ein ‚prospektives Ressourcenmanagement’, bei dem vorausschauend Bewältigungsressourcen geschaffen werden. Dafür fehlen jedoch nicht nur faktische Gestaltungsspielräume in der betrieblichen Praxis, sondern es mangelt auch an theoretischen Ansätzen und praxisadäquaten Umsetzungsideen.

Zusammenwirken von Stabilität und Flexibilität in neuer Qualität: ‚Flexability’

Flexibilitätsanforderungen haben externe und interne Ursachen: von der Dynamik der Märkte bis zu der zunehmenden Kopplung der Arbeitsprozesse. Nachträgliches Reagieren wie auch die Bereitstellung von (passiven) Puffern in Bezug auf Zeit, Material und Personal gelten als unökonomisch. Notwendig ist dagegen eine aktiv-prospektive, stabile Kompetenz zur Flexibilität der Organisation. Die zentrale Flexibilitätressource dafür sind die erfahrungsbasierten Dispositionsfähigkeiten der Mitarbeiter und die Fähigkeit der Organisation, dieses Potenzial zu nutzen und zu fördern – diese Flexibilitätskompetenz oder Flexability steht im Mittelpunkt des Projekts. Als „aktive Puffer“ leisten Mitarbeiter im Spannungsfeld von Flexibilität und Standardisierung täglich faktisch Balancearbeit. Diese wird zunehmend zur Gemeinschaftsaufgabe, die auf allen Arbeitsebenen bewältigt werden muss und zur Querschnittsaufgabe, die sich nicht einzelnen Einheiten wie zum Beispiel der Arbeitsvorbereitung zuordnen lässt. Zukünftig geht es daher um eine verstärkte und systematische Befähigung aller Mitarbeiter zu Balancearbeit mittels eines umfassenden Qualifikations- und Gestaltungsmodells.

Kompetenzen für Flexability-Management und Balancearbeit

Das Projekt identifiziert typische ‚Stabilitätstreiber’ in der zentralen Planung und lokale ‚Flexibilitätstreiber’. So genannte Best-Perfomer, also Arbeitskräfte, die bereits jetzt in hohem Maße Balancearbeit leisten, sind der Ausgangspunkt der interdisziplinären Analyse. Deren de facto-Fähigkeiten bilden die Basis für eine systematische Bestimmung der Anforderungen an eine personale, kollektive und organisationale Flexability und der Dimensionen von Balancearbeit. Das ISF München fokussiert dabei auf die Erfahrung und das Arbeitsvermögen der Best-Performer: implizite Fähigkeiten, informelle Prozesse und erfahrungsbasiertes Wissen. An Stelle einer Defizitperspektive baut das Forschungsprojekt auf den bereits vorhandenen Kompetenzen und dem impliziten Erfahrungswissen der Beschäftigten auf. Aus den Ergebnissen werden Anforderungsdimensionen benannt für die Aufgaben eines Flexability-Managements. Ein zentrales Ergebnis des Projekts wird ein gestuftes Konzept zur Kompetenzentwicklung für Flexability sein. Das Vorgehen des von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg koordinierten Projekts kombiniert in Analyse und Gestaltung sozialwissenschaftliche wie organisationspsychologische Perspektiven und Methoden.

Koordination und Forschungspartner

Unternehmenspartner

Unterstützende Organisationen und Netzwerke

Weitere Informationen:

Bücher/Artikel

Arbeitspapiere/Vorträge