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Lanceo - Balanceorientierte Leistungspolitik. Ansätze zur leistungspolitischen Gestaltung der Work-Life-Balance

ISF-Forschungsschwerpunkt

Arbeit und Gesellschaft, Arbeit und Betrieb, Arbeit und Subjekt

Projektträger

Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, Projektträger DLR Arbeitsgestaltung und Dienstleistungen im Rahmen der Förderinitiative „Balance von Flexibilität und Stabilität in einer sich wandelnden Arbeitswelt“

ProjektbearbeiterInnen

Dr. Nick Kratzer 089 / 27 29 21 - 0 nick.kratzer@isf-muenchen.de
Dr. Wolfgang Dunkel 089 / 27 29 21 - 38 wolfgang.dunkel@isf-muenchen.de
Prof. Dr. Dieter Sauer 089 / 27 29 21 - 35 dieter.sauer@isf-muenchen.de
Dr. Wolfgang Menz 089 / 27 29 21 – 55 wolfgang.menz@isf-muenchen.de
Dr. Sarah Nies 089 / 27 29 21 - 48 sarah.nies@isf-muenchen.de
Dipl.-Soz., M.A. Thomas Birken

Projektlaufzeit: 8/2009 bis 4/2013

Ausgangslage

„Work-Life-Balance“ ist die Antwort auf die Frage, wie in einer flexiblen Arbeitswelt das Verhältnis von „Arbeiten“ und „Leben“ so gestaltet werden kann, dass Leistungsfähigkeit und Lebensqualität nicht im Widerspruch zueinander stehen, sondern sich im Gegenteil wechselseitig verstärken. In permanenter Auseinandersetzung mit veränderlichen (arbeits- und lebensweltlichen) Rahmenbedingungen und Anforderungen muss Work-Life-Balance aber immer wieder erst neu hergestellt werden. Die „Ergebnisorientierung“ als neues Prinzip der Unternehmens- und Leistungssteuerung stellt das Prinzip der Work-Life-Balance vor neue Herausforderungen: Ausgangspunkt jeder Planung und Steuerung im Unternehmen ist hier das gewünschte Ergebnis, während der Aufwand flexibel angepasst werden muss. Und je mehr bei der Definition von Ergebniserwartungen nicht mehr die vorhandenen Ressourcen der zentrale Bezugspunkt sind, sondern Benchmarks und abstrakte Renditeerwartungen, desto mehr gerät die „Aufwandsseite“ unter Anpassungsdruck. Bemerkbar macht sich dies in zunehmender Leistungsintensivierung und negativen Folgen für Motivation und Zufriedenheit, wachsenden Problemen der Vereinbarkeit von Arbeit und Leben und einem Anstieg psychischer Belastungen. Die neue Herausforderung für Unternehmen, Betriebsräte und nicht zuletzt die Beschäftigten selbst besteht daher darin, auch im Rahmen ergebnisorientierter „indirekter“ Steuerungsformen Aufwand und Ergebnis auszubalancieren.

Ziele des Projekts

Hier setzt das Projekt an: Das zentrale Ziel des Verbundvorhabens besteht darin, betriebliche Maßnahmen und individuelle Kompetenzen, die zu einer ausgewogeneren Work-Life-Balance von Beschäftigten führen, zu entwickeln und systematisch aufeinander zu beziehen. Der zentrale Ansatzpunkt ist dabei die betriebliche Leistungspolitik. Im Zentrum der Projektarbeiten steht daher die Entwicklung eines Gestaltungskonzepts balanceorientierter Leistungspolitik. Das konkrete Gestaltungsfeld sind die Instrumente, Methoden und Verfahren der unmittelbaren Leistungssteuerung in verschiedenen Tätigkeits- bzw. Unternehmensfeldern sowie die Entwicklung der individuellen Kompetenzen zum gelungenen Umgang mit den widersprüchlichen Anforderungen aus Arbeit und Leben. Das Projekt berücksichtigt dabei insbesondere die Mehrdimensionalität von Work-Life-Balance: Es geht nicht nur um die Balance von Ergebnisvorgaben und Arbeitszeit, sondern darum, alle Dimensionen von Leistungssteuerung und des Verhältnisses von Arbeit und Leben in eine ausgewogene und sozial nachhaltige Relation zu bringen: Arbeitszeit und „Lebenszeit“, Anforderungen und Ressourcen, aber auch zu erbringende Leistung und (materielle und immaterielle) Anerkennung, heutige Anstrengung und die Perspektiven zukünftiger Entwicklung, Verausgabung und Erholung, Quantität und Qualität von Arbeit u.a.

Vorgehen

Das Vorhaben wird anhand eines sechsstufigen Forschungs- und Gestaltungskonzepts umgesetzt:

(1) Zusammen mit den betrieblichen Akteuren sowie mit Vertretern lebensweltlicher Institutionen werden Leitbilder balanceorientierter Leistungspolitik erarbeitet.

(2) Ein zweiter Schritt umfasst die Ist-Analyse bestehender Verfahren, Herausforderungen und Handlungsorientierungen im Feld der Leistungspolitik und Work-Life-Balance in allen beteiligten Unternehmen.

(3) Mit Instrumenten der reflexiven Kompetenzentwicklung werden die individuellen Fähigkeiten zum Umgang mit den widersprüchlichen Anforderungen aus Arbeit und Leben entwickelt.

(4) Der ermittelte Gestaltungsbedarf wird in Innovationskonzepten formuliert, die die Erarbeitung von konkreten Gestaltungsinstrumenten einschließt.

(5) Deren Umsetzung in die betriebliche Praxis wird in der Phase der Bilanzierung und Verstetigung auf Wirksamkeit und Nachhaltigkeit geprüft.

(6) Schließlich erfolgt eine Integration und Verallgemeinerung der Forschungs- und Entwicklungsergebnisse und ihre Aufbereitung zu betriebsübergreifend anwendbaren Instrumenten.

Das Vorgehen basiert auf einem integrativen Methodenansatz, der qualitative, quantitative, und reflexive Gestaltungsverfahren miteinander verbindet.

Projektpartner

Das Verbundvorhaben umfasst vier Forschungseinrichtungen und ein Unternehmen als Antragsteller (Verbundpartner), die mit einer Reihe weiterer Unternehmenspartner kooperieren. Darüber hinaus sind zahlreiche Transferpartner in die Projektstruktur eingebunden, die verschiedene Organisationen außerhalb der Unternehmen repräsentieren.

Partner im Projektverbund sind:

Wissenschaftliche Verbundpartner Unternehmenspartner

Weitere Informationen:

Projekt-Homepage

Bücher/Artikel

Arbeitspapiere/Vorträge