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BOPS - Beruflichkeit, Organisations- und Personalentwicklung im Spannungsfeld von Restrukturierung und Kompetenzsicherung

ISF-Forschungsschwerpunkt

Arbeit und Innovation, Arbeitsmarkt und Bildung, Arbeit und Betrieb

Projektträger

Das Vorhaben wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Rahmen der Förderinitiative „Balance von Flexibilität und Stabilität in einer sich wandelnden Arbeitswelt“ gefördert (ISF-Teilvorhaben: „Unternehmensübergreifende Lernallianzen“, Förderkennzeichen 01FH09017). Betreut wird das Projekt vom Projektträger im DLR, Arbeitsgestaltung und Dienstleistungen.

ProjektbearbeiterInnen

Dr. Klaus Schmierl 089 / 27 29 21 - 0 klaus.schmierl@isf-muenchen.de

Projektlaufzeit: 6/2009 bis 4/2013

Ausgangssituation: Wandel der beruflichen Bildung im Spannungsfeld von Restrukturierung und Kompetenzsicherung

Es besteht in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft Einigkeit darüber, dass die Entwicklung und Sicherung von Qualifikationen und Kompetenzen in Unternehmen zentrale Elemente der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands sind. Trotz aller Problemfelder ist die berufliche Erst- und Weiterbildung innerhalb des dualen Berufsausbildungssystems nach wie vor das vorherrschende Modell zur Rekrutierung von Fachkräften, denn drei Viertel aller Beschäftigten in Deutschland verfügen über eine abgeschlossene Berufsausbildung. Unternehmen und Beschäftigte tätigen also permanent Investitionen in Berufsausbildung und Weiterbildung und tragen somit zur Kontinuität des Prinzips Berufsfachlichkeit bei.

Allerdings haben sich in den letzten Jahren die Strukturen innerhalb der Gesellschaft, in der internationalisierten Ökonomie und in den Unternehmen und damit die Bedingungen für den Aufbau, den langfristigen Erhalt und die Weiterentwicklung von Kompetenz und Qualifikationen grundlegend geändert. Künftig reicht es für die Unternehmen bei steigender Fachkräfteknappheit nicht mehr aus, sich am externen Arbeitsmarkt mit entsprechend ausgebildeten Fachkräften zu versorgen und auf deren adäquate Qualifikation und eigene permanente Lernbereitschaft zu vertrauen. Für die Beschäftigten wiederum reicht es nicht aus, sich nach einem einmal erreichten qualifizierten Berufsabschluss auf die Flexibilitätspotenziale des eigenen Berufsbildes und eine lebenslange Beschäftigung beim selben Arbeitgeber im selben Berufsbild zu verlassen.

Ziele des Vorhabens: Drei innovative Ansätze der Personal- und Organisationsentwicklung

Angesichts der Veränderungen in einer sich wandelnden Arbeitswelt stellt sich also die Frage, inwieweit moderne Konzepte der beruflichen Bildung zu einem sozial verträglichen Ausgleich von Stabilität und Flexibilität im Betrieb beitragen können. Im Zentrum des Projekts stehen drei innovative Ansätze zur betrieblichen Kompetenzsicherung sowie Modelle einer vorausschauenden Personal- und Organisationsentwicklung in Unternehmen. Diesen Ansätzen wird in verschiedenen Wirtschaftsbranchen aufgrund der besonderen sektoralen Rahmenbedingungen (vorherrschende Qualifikationsniveaus und Arbeitsmarktlage, Vorliegen von kurzfristigen Produktions- bzw. Auftragsschwankungen, Charakteristika der Produktions- bzw. Dienstleistungsprozesse, Tarifverträge etc.) ganz unterschiedliches Gewicht zugewiesen.

Der Zielsetzung des Herausarbeitens dieser Rahmenbedingungen und der Kriterien, nach denen Unternehmen ihre Personal- und Organisationsentwicklung ausrichten, sowie des Aufzeigens von Konzepten mit Leitbildcharakter folgt das Verbundprojekt durch die Analyse und den Vergleich der Personal- und Organisationsentwicklung in unterschiedlichen Branchen und Wirtschaftsunternehmen.

Vorgehen und zentrale Untersuchungsfelder

Den empirischen Kern des Projekts bilden drei Untersuchungsfelder zur Neuausrichtung der betrieblichen Personal- und Organisationsentwicklung, die von den wissenschaftlichen Forschungsinstituten arbeitsteilig in verschiedenen Wirtschaftsbranchen (Öffentlicher Dienst, Einzelhandel, Metall- und Elektroindustrie) und in Kooperation mit Praxispartnern bearbeitet werden.

In einem ersten Ansatz „Versetzungsabteilungen im öffentlichen Dienst und in der privaten Wirtschaft“ wird durch organisatorische Maßnahmen – wie beispielsweise die Bildung von unter-nehmensinternen Arbeitsagenturen – die Vermittlung von Personal auf dem internen Arbeitsmarkt verbessert, um Freisetzungen zu verhindern und Qualifizierungsmaßnahmen zu koordinieren (Teilvorhaben IAQ Duisburg-Essen und Universitätsklinikum Köln).

In einem zweiten Ansatz „Aufstiegs- und Karrierewege im Handel“ werden betriebliche Konzepte zur Förderung beruflicher Karrieren sowie branchenspezifische Aufstiegsfortbildungen im Einzelhandel daraufhin überprüft, inwieweit sie geeignet sind, den in quantitativer und qualitativer Hinsicht benötigten Fach- und Führungskräftenachwuchs zu sichern (Teilvorhaben IAQ Duisburg-Essen).

In einem dritten, vom ISF München untersuchten, Ansatz werden die Chancen für einen Ausbau und eine Stärkung von „Unternehmensübergreifenden Lernallianzen“ (Ausbildungskooperationen sowie –verbünde von selbstständigen Unternehmen) in der Metall- und Elektroindustrie ausgelotet. Dieser Ansatz bietet insbesondere für KMU des produzierenden Gewerbes, deren unzureichende betriebliche, organisatorische, personelle oder technische Infrastruktur die Etablierung einer eigenen Erstausbildung und Lehrwerkstätte nicht erlaubt, die Chance, ihren Bedarf an quali-fiziert ausgebildeten Fachkräften zu decken. Derartige „Netzwerke als Instrument externen Ausbildungsmanagements“ werden seit einigen Jahren propagiert, in Modellversuchen erprobt und von den beteiligten Unternehmen als erfolgversprechend und zukunftsweisend beurteilt. Im Hinblick auf die praktische Übertragbarkeit und Resonanz in der Wirtschaft werden innovative Ansätze untersucht, in denen Firmen im Rahmen gemeinsamer Ausbildungsnetzwerke eigeninitiativ eine institutionalisierte Kooperation mit anderen Unternehmen innerhalb der Region und/oder Branche eingehen. Dabei werden Strukturprinzipien von unternehmensübergreifenden Lernallianzen herausgearbeitet sowie Bedingungen untersucht, wie diese Ausbildungspartnerschaften entstehen und langfristig erfolgreich gesichert werden können (Teilvorhaben ISF München).

Im Rahmen quantitativer Analysen und auf der Grundlage bestehender Datensätze wird in einer Querschnittsfragestellung der Verbreitung der innovativen Ansätze der Organisations- und Personalentwicklung nach Unternehmenstypen und Wirtschaftszweigen nachgegangen (Teilvorhaben Universität Bamberg).

Koordination und Forschungspartner

Unternehmenspartner

Weitere Informationen:

Homepage des Projekts: www.bops-projekt.de

Veranstaltungsflyer ISF-Branchenworkshop am 28. Juni 2011 in München. Pdf

Bücher/Artikel

Arbeitspapiere/Vorträge