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Selbstständig statt hilfebedürftig? Die Gründungsförderung durch Einstiegsgeld

ISF-Forschungsschwerpunkt

Arbeitsmarkt und Bildung, Arbeit und Gesellschaft, Arbeit und Subjekt

Projektträger

Das Forschungsvorhaben ist ein vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg (IAB) drittmittelfinanziertes Projekt.

ProjektbearbeiterInnen

Prof. Dr. Hans J. Pongratz
Dr. Petra Schütt 089 / 27 29 21 - 45 petra.schuett@isf-muenchen.de

Projektlaufzeit: 12/2010 bis 2/2014

Projekthintergrund

Die Einführung des Einstiegsgelds als Gründungsförderung im SGB II im Jahr 2005 verfolgt das Ziel, dass nachhaltige und erfolgreiche Gründungen aus dem Kreis von Personen im Niedrigeinkommensbereich gefördert werden sollen. Im Vergleich zu anderen Aktivierungsstrategien soll dieser Weg für die Gründer und ihre Haushalte mittel- bis langfristig der bessere Weg sein, um ihren Lebensunterhalt auch dauerhaft (weitgehend) unabhängig von öffentlicher Unterstützung bestreiten zu können. Ferner wird damit das Ziel verfolgt, die Anzahl der Hilfebedürftigen zu reduzieren. Nicht zuletzt spielt auch die politische Zielsetzung eine Rolle, das Gründergeschehen in Deutschland stärker zu positionieren. Vor diesem Hintergrund soll geklärt werden, wie sich die Gründungsförderung durch das Instrument des Einstiegsgelds als Zusammenspiel organisationaler und individueller Praktiken darstellt und welche Rolle dabei dem institutionellen Setup des Einstiegsgeldes zukommt.

Forschungsperspektive

Die Verbindung von Grundsicherung für Arbeitssuchende und Gründungsförderung zum Aufbau einer selbstständigen Existenz, wie sie das Instrument des Einstiegsgelds leisten soll, stellt eine komplexe und widerspruchsvolle Anforderung dar.

Im Mittelpunkt einer Untersuchung der Wirksamkeit der Förderung durch Einstiegsgeld sehen wir deshalb die Frage: Unter welchen Bedingungen kann ein im Allgemeinen höchst anspruchsvolles und voraussetzungsvolles Gründungsprojekt von Personen erfolgreich geplant und umgesetzt werden, die sich gerade mit der Erfahrung des Scheiterns am Arbeitsmarkt und des Eingestehens eigener Hilfebedürftigkeit konfrontiert sehen? Wo kann wirkungsvolle Unterstützung ansetzen und wie muss sie gestaltet sein? Dabei rückt die Praxis der Fallbearbeitung als konkrete Interaktion von Mitarbeitern der Grundsicherungsstellen und ALG II-Empfängern in den Mittelpunkt der Analysen. Diese Perspektive wird ergänzt um Fragestellung, mit welchen rechtlichen und organisatorischen Vorgaben versucht wird, die Praxis der Einstiegsgeldvergabe zu beeinflussen und wie diese vor Ort wirken. Außerdem wird der Fragen achgegangen, in welchem Verhältnis die finanziellen, sachlichen und persönlichen Zuwendungen zu den individuellen Gründungsabsichten, und verfügbaren Ressourcen (ökonomischer, sozialer oder kultureller Art) stehen. Mit anderen Worten: Lassen sich Charakteristika ausmachen, die nachhaltigere Gründungen von kurzfristig scheiternden unterscheiden?

Phasenmodell

Methode

Das Forschungsdesign wird so gestaltet, dass die verschiedenen Untersuchungsdimensionen sowohl ihrer jeweiligen Eigenlogik entsprechend getrennt bearbeitet als auch in ihrem Zusammenhang systematisch analysiert werden können. Untersuchungsdimensionen sind a) die organisationalen Entscheidungsstrukturen, b) die konkrete Praxis der Fallbearbeitung und c) das Gründungsvorhaben (Motive, Kontexte, Situationsdeutung und Erfolgsbewertung aus der Perspektive der Gründer). Die drei Dimensionen werden unter Einbeziehung der jeweiligen Interaktionen entlang der Gründungsphasen A-D verfolgt (siehe Abbildung). Untersucht werden vorwiegend positive Förderbescheide, die zu einer Gründung geführt haben.


Projektpartner

Weitere Informationen:

Bücher/Artikel

Arbeitspapiere/Vorträge