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soeb.de - Berichterstattung zur sozioökonomischen Entwicklung in Deutschland

ISF-Forschungsschwerpunkt

Arbeit und Gesellschaft, Arbeit und Subjekt

Projektträger

Der dritte Bericht zur Sozioökonomischen Berichterstattung wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Referat 425 (Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften, Akademien, Forschungsmuseen). Betreut wird soeb 3 vom Projektträger PTKA-PFT

ProjektbearbeiterInnen

Prof. Dr. habil. Sabine Pfeiffer 089 / 27 29 21 - 0 sabine.pfeiffer@isf-muenchen.de
Dipl.-Soz. Tobias Ritter 089 / 27 29 21 - 74 tobias.ritter@isf-muenchen.de

Projektlaufzeit: 9/2013 bis 8/2016

Forschungsverbund Sozioökonomische Berichterstattung

Ab Herbst 2013 arbeitet der Forschungsverbund Sozioökonomische Berichterstattung (www.soeb.de) an seinem dritten Bericht über aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen in Deutschland. Der Forschungsverbund zu soeb 3 gliedert sich in fünf Berichtsabteilungen mit je eigener Leitung, in denen insgesamt 18 Arbeitspakete organisiert sind. Der Verbund wird von Göttingen aus durch das Soziologische Forschungsinstitut (SOFI) koordiniert und von einer Koordinationsgruppe unterstützt, die sich aus den Leitern der Abteilungen, der Universität Bielefeld und den im Verbund beteiligten Forschungsdatenzentren zusammensetzt.
In den letzten Jahren hat der Verbund die Sozialberichterstattung in Deutschland geprägt und der gesellschaftlichen Diskussion über soziale Fragen mit zwei Berichten neue Fakten und Deutungsangebote geliefert. In dem interdisziplinären Verbund aus Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlern kooperieren Universitäten mit (außer-universitären) Forschungsinstituten und mit Bereitstellern von Daten (Forschungsdatenzentren der Bundesagentur für Arbeit, der Rentenversicherung und des Sozio-oekonomischen Panels).
Die Arbeit des Verbunds besteht in der systematischen wissenschaftlichen Beobachtung sozialer und wirtschaftlicher Phänomene. Um Aussagen machen zu können, führt soeb quantitative und qualitative Daten zu einem umfassenden und komplexen Bild des deutschen Produktions- und Sozialmodells in seinem europäischen Umfeld zusammen. soeb ergänzt bestehende spezialisierte Berichtssysteme durch seinen breiten und deutenden Ansatz: Beobachtungen in unterschiedlichen gesellschaftliche Felder werden aufeinander bezogen, um Zusammenhänge sichtbar zu machen. soeb geht davon aus, dass sich das Zusammenspiel von Institutionen wie Arbeitsmarkt, Wohlfahrtsstaat und Haushalten in den letzten Jahrzehnten tiefgreifend gewandelt hat: neue Unternehmensstrategien in einem internationalen Umfeld, neue Leitbilder sozialstaatlichen Handelns, neue Arbeits- und Lebensweisen markieren einen gesellschaftlichen Umbruch, in dem Teilhabeergebnisse und -chancen neu verteilt werden. Wir entfernen uns von der ‚alten Bundesrepublik‘, aber – so die zentrale Frage – kann unsere „Gesellschaft im Umbruch“ die Menschen „mitnehmen“ oder bleiben viele auf der Strecke?

soeb 3 wurde seit 2010 durch eine Reihe von fachöffentlichen Werkstattgesprächen vorbereitet. Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Modellierung unterschiedlicher wirtschaftlicher Entwicklungsszenarien, auf Einkommen und Vermögen, sowie Teilhaberisiken in Lebensverläufen und deren sozialstaatlicher Bearbeitung. Erweiterungen gegenüber dem Zweiten Bericht zur sozioökonomischen Entwicklung in Deutschland (herausgegeben 2012 durch die Autorengruppe Sozialberichterstattung unter dem Titel „Teilhabe im Umbruch“) liegen in den Bereichen nachhaltiger Konsum und Armutskonsum, Finanzmarktstrukturen und Wirkungen betrieblicher Strategien auf Lebens- und Erwerbsverläufe. Zudem arbeiten die am Verbund Beteiligten nun interaktiv in einer durch das BMBF geförderten Virtuellen Forschungsumgebung (www.soeb.de/vfu-soeb-3/), um die bestehende Forschungsdateninfrastruktur gemeinsam optimal zu nutzen

Aufgaben des ISF München

Das ISF München übernimmt die inhaltliche Koordination der Abteilung „Konsummuster zwischen Differenzierung und Ungleichheit“. Mit dieser Berichtsabteilung sollen Differenzierung und Ungleichheit der Konsummuster systematisch in den sozioökonomischen Berichtsansatz eingeführt werden.

Das ISF München untersucht zudem mit einem inhaltlichen Arbeitspaket das gegenwärtige Vorkommen von Bedingungen für Ernährungsarmut in Deutschland. Ernährungsarmut wird hier als Einschränkung alimentärer Teilhabe bestimmt, die über existenzielle Reproduktionsbedürfnisse hinaus auch die Fähigkeit zu sozialer Teilhabe über soziale Nahbeziehungen und Aktivitäten umfasst. Ziel der Untersuchung ist die systematische Erfassung von Formen von Ernährungsarmut auf der individuellen Ebene und der Haushaltsebene sowie der sozialstrukturellen, institutionellen Bedingungen und der Erwerbs- und Haushaltskonstellationen, die Ernährungsarmut begründen (können). Erfasst werden sollen darüber hinaus Bewältigungsstrategien (Coping) und -ressourcen, über die Akteure in unterschiedlichem Maße verfügen. Dazu sind quantitative und qualitative Analysen vorgesehen. Subjektive Deutungen sowie Bewältigungsstrategien und -perspek¬tiven der Betroffenen sollen durch inhaltsanalytische Auswertungen des qualitativen Längsschnittpanels „Armutsdynamik und Arbeitsmarkt“ ermittelt und typisiert werden (Die Auswertungen erfolgen vorbehaltlich der formalen Genehmigung einer Nachnutzung der Datenbasis durch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)). Schließlich wird über die Analyse einschlägiger Studien die Angebotsseite von Armutskonsum – Einzelhandel und Gastronomie, „Tafeln“ etc., Schatten- und Eigenarbeit – zumindest ansatzweise in den Blick genommen. Als quantitative Datengrundlage kommen die Nationalen Verzehrstudien I und II, die Konsumitems des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP), der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) und des Panels Arbeitsmarkt und soziale Sicherung (PASS) in Betracht. Die Untersuchung soll prekäre Ernährungsmuster identifizieren und Defizite der bestehenden Datenlage kenntlich machen.

Beteiligte Institutionen:

Weitere Informationen:

Projekt-Homepage: www.soeb.de

Pressemitteilung: Dritte Phase der Sozioökonomischen Berichterstattung ab Herbst 2013

Bücher/Artikel

Arbeitspapiere/Vorträge