im Handwerk am Beispiel des Friseurberufs
Modellversuch: Ausbildung der Kompetenzen für erfahrungsgeleitetes Arbeiten
im Handwerk am Beispiel des Friseurberufs
ISF-Forschungsschwerpunkt
Arbeitsmarkt und Bildung, Arbeit und Subjekt
Projektträger
gefördert von der Friseurinnung Cottbus
ProjektbearbeiterInnen
| Prof. Dr. Fritz Böhle | 089 / 27 29 21 - 0 | fritz.boehle@isf-muenchen.de |
| Dr. Wolfgang Dunkel | 089 / 27 29 21 - 38 | wolfgang.dunkel@isf-muenchen.de |
Projektlaufzeit: 1/2001 bis 12/2004
Förderung
Der Modellversuch wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Bonn, das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen des Landes Brandenburg, Potsdam, und den Europäischen Sozialfond.
Gegenstand des Modellversuchs
Das Friseurhandwerk gehört mit etwa 245.000 Beschäftigten, etwa 64.000 Salons und knapp 46.000 Lehrlingen (Stand: 2000) zu den beschäftigungs- und ausbildungsstärksten Handwerken und hat, auch wegen seiner relativ großen Beschäftigungsstabilität gerade in strukturschwachen Gebieten, große Bedeutung für den Arbeitsmarkt.
Die traditionelle Ausbildung im Friseurhandwerk betont bislang – trotz der 1997 neu gefassten Ausbildungsordnung – noch immer die handwerkliche, “objektivierende” Seite der Friseurtätigkeit.
Ziel des Modellversuchs ist es deshalb, Kompetenzen eines erfahrungsgeleiteten, vor allem “subjektivierenden” Handelns im Rahmen einer körpernahen, personenbezogenen Dienstleistung lernbar zu machen.
Kennzeichnend für den “subjektivierenden Handlungsmodus” sind
- komplexe sinnliche Wahrnehmungsfähigkeiten,
- dialogisch-interaktives Vorgehen,
- Einfühlungsvermögen,
- Umgang mit situativen Gegebenheiten,
- sowie eine Form der Gefühlsarbeit, die sich des Subjektcharakters des “Arbeitsgegenstands” bewusst ist.
Die Modellversuchsziele
- körperlich-sinnliche Wahrnehmung als Informationsquelle erschließen und systematisch nutzen lernen (optische, akustische, olfaktorische, haptische Wahrnehmungsfähigkeit)
- dialogisch-explorative und interaktive Vorgehensweise erwerben
- assoziatives Denken und ästhetische Urteilsfähigkeit ausbilden
- soziale Sensibilität und persönliche Kundenbeziehung entwickeln lernen.
Zu den Beteiligten und zum Vorgehen
Am Modellversuch beteiligen sich derzeit
- ca. 20 Friseursalons im Bereich der Friseurinnung Cottbus,
- das Oberstufenzentrum Cottbus (Berufsschule) sowie
- die sog. “Überbetrieblichen Lehrgänge” der Handwerkskammer Cottbus.
Lernort-Vernetzung
Die Kooperation und Vernetzung der betrieblichen und schulischen Lernorte insbesondere im Hinblick auf die Methodik des erfahrungsgeleiteten Lernens ist ein zentrales Anliegen des Modellversuchs. Aktuelle Schritte bestehen in der Qualifizierung der Ausbilder in den Betrieben und der Lehrer hinsichtlich einer stärker auf den Erfahrungslernansatz bezogenen Abstimmung zwischen den o.a. Lernorten (“Ausbildungsverbund”).
Qualifizierung der Auszubildenden
Die betrieblichen und schulischen Ausbilder/innen werden für die Begleitung des erfahrungsgeleiteten Ausbildungsprozesses besonders qualifiziert.
Ergebnisssicherung und Evaluation
Die Ergebnisse des Modellversuchs werden in praxisorientierten Handreichungen für die betriebliche und schulische Ausbildung zusammengefasst. Das ISF München führt eine begleitende Prozessevaluation des Modellversuchs durch.
Arbeitsanalysen
Die personenbezogene Dienstleistungsarbeit und insbesondere die Bedeutung des “subjektivierenden” Arbeitens werden durch das ISF in verschiedenen Salons im Bereich der Friseur- und Kosmetikinnung Cottbus arbeitsanalytisch untersucht. Diese Analysen bilden die Grundlage für das berufspädagogische Vorgehen im Modellversuch.
