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Netzwerk-Integration zur Stärkung von Innovationspotentialen bei internationaler Arbeitsteilung

ISF-Forschungsschwerpunkt

Arbeit und Globalisierung

Projektträger

Vorhaben im Rahmenkonzept "Produktion 2000", gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Projektträgerschaft Produktion und Fertigungstechnologien (PFT) Karlsruhe

BMBF / PTKA

ProjektbearbeiterInnen

Dr. Rainer Schultz-Wild
Dr. Marhild von Behr

Projektlaufzeit: 5/1997 bis 5/2000


Perspektive: Zukunftsfähige Internationalisierung

Zur Erschließung neuer Märkte und zur Nutzung niedriger Arbeitskosten müssen sich kleine und mittlere Unternehmen (KMU) immer mehr im Ausland engagieren - sowohl in benachbarten west- und osteuropäischen Ländern als auch in entfernteren Regionen wie USA, Indien oder China.

Häufig wird darin nur eine Gefahr für Arbeitsplätze am Industriestandort Deutschland gesehen. Ohne Zweifel bestehen jedoch auch viele Chancen für die Sicherung inländischer Arbeitsplätze. Durch die Produktionspräsenz deutscher Unternehmen auf wichtigen ausländischen Absatzmärkten und durch Kostenstrukturen, die Preisvorteile von Vor- und Halbfabrikaten aus dem Ausland erschließen, werden Absatzchancen erweitert, Wettbewerbsvorteile erwirtschaftet und Gefährdungen von KMU gemindert.

Die Internationalisierung der Produktion ist somit eine wichtige Zukunftsstrategie für die mittelständische Industrie. Der Sprung in grenzüberschreitende Produktionsstrukturen ist andererseits eine nicht zu unterschätzende, komplexe Aufgabe. Neue technisch-organisatorische Strukturen müssen gefunden werden, die die vorhandenen Stärken inländischer Standorte in die internationale Produktion effizient einbinden.

Risiken: Verlust von Know-how und Innovationsfähigkeit

Die erfolgreiche Ansiedlung von Produktions- und F&E-Prozessen im Ausland birgt zahlreiche Chancen, sie enthält aber auch - oft verdeckte - Gefahren eines langfristigen Know-how-Verlusts. Durch die Internationalisierung der Produktion werden die ehemals durch nationale Rückkopplungsschleifen eng miteinander verbundenen Entwicklungs- und Produktionsprozesse räumlich getrennt. Selbst wenn die länderübergreifende Produktion betriebswirtschaftlich zunächst positive Ergebnisse erbringt, kann durch die Abkehr von erprobten, im nationalen Umfeld verankerten Kooperationsformen in der Produkt- und Prozeßentwicklung die Innovationsfähigkeit geschwächt werden. Dies erschwert die Entstehung und Umsetzung von Prozeßoptimierungen und Produktideen, die Voraussetzung für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit sind.

Projektaufgabe

Aufgabe des Verbundprojekts ist es, Strategien der Netzwerk-Integration zu entwickeln und zu erproben. Diese sollen darauf gerichtet sein, die vorhandenen Produktions- und Innovationspotentiale inländischer Standorte zu stärken und positive Arbeitsplatzeffekte an deutschen Standorten zu schaffen. Sie messen dem systematischen Aufbau von Rückkopplungsschleifen zwischen deutschen Stammwerken und ausländischen Standorten besondere Bedeutung bei und suchen so gezielt, dem drohenden Verlust beim Fertigungswissen und der wachsenden Gefährdung von Innovationspotentialen entgegenzuwirken. Die Restrukturierung der Stammwerke zu Netzwerk-Knoten mit hohen fachlichen Kompetenzen und umfassenden Fähigkeiten zur Steuerung der komplexen, länderübergreifenden Beziehungen ist von zentraler Bedeutung für den Erfolg der Modernisierungsprozesse mittelständischer Unternehmen.

Projektstruktur

Der Projektverbund besteht aus sechs Partnern. Vier Industrieunternehmen arbeiten zusammen mit zwei Instituten, die neben der wissenschaftlichen Begleitung der betrieblichen Vorhaben für die Steuerung und Koordination des Gesamtprojekts zuständig sind.

In den Einzelvorhaben der Industriepartner werden jene konkreten Integrationsaufgaben bearbeitet, die sich aus den unterschiedlichen Unternehmenssituationen ergeben. Ziel ist es, aus den einzelbetrieblichen Erfahrungen verallgemeinerbare Erkenntnisse zu entwickeln, die der mittelständischen Industrie insgesamt nützlich sind. In den Entwicklungsvorhaben der Institute werden spezifische Fragestellungen zur Innovationsfähigkeit bei Netzwerkproduktion und zu organisatorischen Erfolgsmustern der Integration aufgegriffen.

In Checklisten, Leitfäden und Modellen zur prozeßbegleitenden Beratung werden die gewonnenen Erkenntnisse für die mittelständische Industrie zusammengefaßt, entwickelte exemplarische betriebliche Lösungen zur Präsentation aufbereitet und Dritten zur Verfügung gestellt.

In einem assoziierten Arbeitskreis werden Vertreter anderer, an der Thematik interessierter Unternehmen sowie Repräsentanten der Tarifpartner und Umsetzungsinstitutionen das Projekt begleiten. Somit können Projektergebnisse zeitnah in die Fachdiskussion eingehen

Projektablauf

Das Verbundvorhaben hat im Juni 1997 begonnen und endet im März 2000. Die Aufgaben werden in vier aufeinander aufbauenden Projektphasen bearbeitet. Am Anfang stehen die Bestandsaufnahme und Problemanalyse der Internationalisierungsaktivitäten und -planungen der beteiligten Unternehmen. Die zweite Phase beinhaltet die Integrationsplanung, in der die Unternehmen die Grundstrukturen ihrer jeweiligen internationalen Arbeitsteilung bestimmen. In der dritten Phase erfolgt die Formierung der Netzwerke; die geplanten Kommunikations- und Kooperationskreisläufe werden realisiert, die Qualifizierungspläne umgesetzt. In der Abschlußphase geht es um die Zusammenfassung der Ergebnisse und die Evaluierung der gefundenen Lösungen hinsichtlich ihres Beitrags zur Sicherung der inländischen Standorte.

Die beteiligten Verbundfirmen stehen jeweils stellvertretend für typische Problemlagen mittelständischer Unternehmen. Sie decken unterschiedliche betriebliche Situationen ab und repräsentieren verschiedene Netzwerk-Konfigurationen mit neuen Integrationsanforderungen.

Weitere Informationen:

Bücher/Artikel

Arbeitspapiere/Vorträge