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Modellversuch im ausserschulischen Bereich der Berufsausbildung - Ausbildung der Kompetenzen für erfahrungsgeleitetes Arbeiten in der chemischen Industrie

ISF-Forschungsschwerpunkt

Arbeitsmarkt und Bildung, Arbeit und Informatisierung, Arbeit und Subjekt

Projektträger

gefördert durch das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Technologie, FKZ: D 0681.00, fachlich betreut durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Dr. Lennartz

ProjektbearbeiterInnen

Prof. Dr. habil. Sabine Pfeiffer 089 / 27 29 21 - 0 sabine.pfeiffer@isf-muenchen.de
Prof. Dr. Fritz Böhle 089 / 27 29 21 - 0 fritz.boehle@isf-muenchen.de

Projektlaufzeit: 1/1996 bis 4/2000


Ausgangsfragestellung

Moderne Produktionsprozesse werden zunehmend durch elektronische Prozessleitsysteme überwacht und gesteuert. Wird in solchen hochautomatisierten Unternehmen bzw. Arbeitsbereichen die spezifische menschliche Arbeitskraft durch diese Technologien (völlig) ersetzbar oder spricht etwas für die gegenteilige Vermutung, dass nämlich gerade in solchen hochkomplexen Prozessen so etwas wie ein über herkömmliches Fachwissen hinausgehendes, menschliches "Erfahrungswissen" benötigt wird? Gilt die Vermutung, dass solches "Erfahrungswissen" noch - und ggf. sogar eine zunehmende Rolle spielt, müssten "Erfahrungswissen" und "Erfahrungsfähigkeit" dann nicht unabdingbarer Bestandteil beruflicher Erstausbildung (hier: in der Berufsausbildung ChemikantIn) werden? Worin aber besteht und woraus entsteht "Erfahrungswissen", worin unterscheidet es sich von Fachwissen? Ist es - gerade unter Bedingungen reduzierter Möglichkeiten des Erwerbs von Primärerfahrungen - überhaupt (noch) lernbar und in berufliche Ausbildung integrierbar?

Vorgehensweise

Die zentrale Projektaufgabe der wissenschaftlichen Begleitung durch das ISF bestand in umfassenden Arbeitsplatzanalysen. In drei unterschiedlichen Betrieben des Unternehmens wurden leitfadengestützte Interviews, teilnehmende Beobachtungen und Videoaufzeichnungen zur Erfassung der Tätigkeit erfahrener Fachkräfte/Anlagenfahrerdurchgeführt. Basierend auf dem Konzept des "subjektivierenden Arbeitshandelns" standen dabei nicht-formalisierbare Aspekte des Handelns wie "Gefühl" und "Gespür" für Anlagen und Prozesse in der Arbeitstätigkeit oder die Rolle einer ganzheitlichen sinnlichen Wahrnehmung im Fokus. Erfahrungsgeleitetes Arbeiten und Erfahrungswissen, so zeigen die Ergebnisse, spielen eine zunehmend bedeutende Rolle gerade bei der Arbeit in hoch technisierten und hoch automatisierten Prozessen.?


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