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ARB-IT2 - Arbeitsbeziehungen in der IT-Industrie - Interessenhandeln der Beschäftigten

ISF-Forschungsschwerpunkt

Arbeit und Interesse, Arbeit und Informatisierung, Arbeit und Betrieb

Projektträger

gefördert von der Hans-Böckler-Stiftung

ProjektbearbeiterInnen

Prof. Dr. Andreas Boes 089 / 27 29 21 - 42 andreas.boes@isf-muenchen.de
Dr. Nick Kratzer 089 / 27 29 21 - 0 nick.kratzer@isf-muenchen.de
Dr. Kira Marrs 089 / 27 29 21 - 0 kira.marrs@isf-muenchen.de
Dipl.-Soz. Katrin Gül 089 / 27 29 21 - 53 katrin.guel@isf-muenchen.de

Projektlaufzeit: 6/2002 bis 11/2003


Idee
Wenn über die Zukunft von Arbeit und Arbeitsbeziehungen diskutiert wird, ist die IT-Industrie oft Beispiel für eine richtungsweisende Branche. Sie gilt als führend bei der Realisierung neuer Unternehmenskonzepte und neuer Formen der Arbeitsorganisation. Als neuartig gilt auch die Ausprägung der Arbeitsbeziehungen, die wesentlich durch individuelles Interessenhandeln bestimmt sind.

Das Projekt ARB-IT2 untersucht die Entwicklung von Arbeit und Arbeitsbeziehungen in der IT-Industrie. Es fragt nach Entwicklungstendenzen, die generelle gesellschaftliche Bedeutung haben, und nach deren Folgen für die Zukunft des deutschen Mitbestimmungssystems.

Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die Mitarbeiter. Ihre individuellen Erfahrungen und Kompetenzen, Orientierungen und Interessen prägen Unternehmenskultur und Wettbewerbsfähigkeit der IT-Industrie ebenso wie die besondere Art der Arbeitsbeziehungen.

Hintergrundüberlegungen
Unsere früheren Analysen (Boes/Baukrowitz 2002) haben die hervorgehobene Bedeutung des individuellen Interessenhandelns der Beschäftigten für die Charakteristik und Entwicklung der Arbeitsbeziehungen in der IT-Industrie sichtbar gemacht. Drei Ursachen wurden dafür identifiziert. Erstens die veränderten Orientierungen der zunehmend höher qualifizierten Beschäftigten. Zweitens die hohe Bedeutung von Unternehmen ohne gewachsene Bindung an das System industrieller Beziehungen. Und drittens die grundlegenden Veränderungen der Arbeitsbeziehungen in den traditionell mitbestimmten Unternehmen. Daher wird in diesem Projekt der Schwerpunkt auf das Interessenhandeln der Beschäftigten als Moment der Arbeitsbeziehungen gelegt.

Ziel
Im Projekt geht es uns darum, Arbeit und Arbeitsbeziehungen "von unten nach oben", also ausgehend von den Erwartungen und Interessen der Beschäftigten zu analysieren: Wie erleben die Beschäftigten ihre Arbeitsbedingungen? Welche Chancen sehen sie, ihre Erwartungen und Interessen zu realisieren? Brauchen IT-Fachkräfte überhaupt noch die "Rückendeckung" von Betriebsräten und Gewerkschaften, um sich Gehör zu verschaffen? Und wenn ja, was erwarten sie von Betriebsräten und Gewerkschaften? Wie sollte Mitbestimmung in Form und Inhalt ausgestaltet sein?

Die besondere Forschungsperspektive dieses Projekts lässt Ergebnisse erwarten, die für Unternehmen und Beschäftigte, Gewerkschaften und Verbände, Wissenschaft und Politik gleichermaßen wertvoll sind.

Forschungsfragen
Wichtige Fragen dieser Untersuchung sind:


Dies berührt zentrale Fragen nach der Zukunft der verfaßten Mitbestimmung:

Ferner stellt sich die Frage nach der Verallgemeinerungsfähigkeit der Ergebnisse:

Methode
Die Analyse erfordert ein methodisches Vorgehen, das sowohl auf der Ebene des Individuums als auch auf der Ebene des Unternehmens ansetzt. Im Mittelpunkt stehen Interviews und Gruppendiskussionen mit Beschäftigten. Sie sind eingebettet in Unternehmensfallstudien (Expertengespräche mit Vertretern der Geschäftsleitung und der betrieblichen Interessenvertretung). Um die Generalisierbarkeit unserer Ergebnisse prüfen zu können, vergleichen wir sie mit der Situation in Entwicklungsabteilungen der Automobilindustrie.

Weitere Informationen:

Projekt-Flyer

Pressemitteilung Mitbestimmung in IT-Firmen - Neue Studie erschienen vom 3. März 2006

Medienecho (Auswahl)
Ein Live-Interview mit Andreas Boes zur neuen Unternehmenskultur in der IT-Branche wurde am 10. März 2006 im Deutschlandradio Kultur gesendet. Informationen zur Sendung

Die Computerwoche berichtet am 8. März 2006 über die Studie "Theoretisch bin ich frei!"

Eine dpa-Meldung, die u.a. auch auf unsere Projektergebnisse eingeht, wurde am 3. März 2006 unter dem Titel "SAP-Beschäftigte wollen keinen Betriebsrat" in nicht weniger als 38 Medien veröffentlicht, von der "Welt" über die "Hamburger Morgenpost" bis zum "Oberbayerischen Volksblatt". Der Artikel in der "Welt"

In Nr. 1/2006 des IT-Magazin der IG Metall wird die Studie von Andreas Boes und Katrin Trinks: "Theoretisch bin ich frei!" besprochen. Zitat: "ITK-Fachkräfte haben in Boomzeiten eine Kultur der Selbstbestimmung entwickelt, die für sie zunächst als Widerspruch zu kollektiver Interessenvertretung stand. Dieser Blickwinkel ändert sich. Denn sie erleben sich häufig im Konflikt mit ihren am Shareholder Value orientierten, auf Kostensenkung drängenden Unternehmen."

"Wenn der ständige Wandel zur Normalität wird" heißt ein 50-minütiger Beitrag von Regina Kusch und Andreas Beckmann, der am 22. September 2005 um 20:10 im Deutschlandfunk ausgestrahlt wurde. Die Sendung mit dem Untertitel "Soziologen untersuchen Freud und Leid der neuen, flexiblen Generation" enthält auch ein Interview von Regina Kusch mit Andreas Boes (ISF). Den Text der Sendung gibt es auf der Seite des Deutschland-Radios.

Über 130 WissenschaftlerInnen und AkteurInnen aus der Praxis beteiligten sich am 27./28. Januar 2005 an der großen interdisziplinären Tagung "Informatisierung der Arbeit - Gesellschaft im Umbruch" in Darmstadt.

Am 15. Oktober 2004 diskutierte Andreas Boes in der Radiosendung "Notizbuch", Bayern 2, mit der Unternehmerin Sissi Closs und dem Gewerkschaftssekretär Werner Röll (Moderation: Jutta Prediger). Das Thema hieß: Schnee von gestern oder Chance von morgen? Flexible Arbeitszeiten heute.

Zum Thema Arbeitszeit in der IT-Branche ist am 29. Juli 2004 in der Computerwoche ein Artikel von Ingrid Weidner erschienen. Er bezieht sich auch auf Ergebnisse aus ARB-IT2. Unter dem Titel 40 Stunden sind in der IT längst Realität ist er auf den Seiten der Computerwoche zu finden.

Andreas Boes sprach mit Andrea Pawlik von jobpilot über Offshoring und die Konsequenzen für den hiesigen IT-Beschäftigtenmarkt. Der Artikel findet sich mit Daum 17.5.2004 unter dem Titel Let's go east auf den Seiten von jobpilot.

Unter dem Titel IT-Profis zwischen Arbeitslust und -frust liefert Helga Ballauf in der Computerwoche vom 06.02.2004 eine Hintergrundanalyse zu den Untersuchungsergebnissen von ARB-IT2.

In der Ausgabe der vdi-Nachrichten findet sich am 9.1.2004 ein Interview mit Andreas Boes unter dem Titel "Neuorientierung in der IT-Branche".

Die "Computerwoche online" berichtet über unsere Zwischenergebnisse am 9.12.2003 unter dem Titel IT-Profis wollen Arbeit und Freizeit stärker trennen.

Ein Bericht im Heise Newsticker vom 28.11.2003 löste eine lebhafte Diskussion im Internet mit nicht weniger als 505 Beiträgen aus, was hier nachzulesen ist.

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Arbeitspapiere/Vorträge