BergUmwelt – Grenzüberschreitende Qualifizierungsmaßnahmen durch Innovationstransfer – Schulung und Beratung zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Berghütten und Berggasthöfen in den Karpaten

Projektflyer: Flyer

Pressemitteilung vom 18.03.2009: Nachhaltiger Karpatentourismus - das Beratungs-und Schulungsprojekt BergUmwelt am ISF München.Pressemitteilung

Das Projekt BergUmwelt organisiert am 23.-26.3.2009 in den Bayerischen und Österreichischen Alpen die Train-the-trainer-Exkursion "Sustainable management of mountain huts" als Basis für einen Innovationstransfer aus den Alpen in die Karpaten.

Das Projekt BergUmwelt ist "Offizielles Projekt der Dekade der Vereinten Nationen: Bildung für nachhaltige Entwicklung". Über die hohe Auszeichnung entschied die Jury des von der Deutschen UNESCO-Kommission einberufenen Nationalkomitees. Die Urkunde wird im Rahmen des Runden Tisches der UN-Dekade am 12. November 2009 in München verliehen.

Projektbeschreibung

Zielsetzung

In den Karpaten gibt es einen großen Bedarf an Qualifizierung des Personals in den Hütten und Gasthäusern der Bergregionen. Es gibt zwar einschlägige schulische Ausbildungsmaßnahmen; sie sind aber auf die traditionellen gastronomischen Themen begrenzt (Betriebswirtschaft, Warenkunde usw.). Die Vermittlung von Fertigkeiten und Kenntnissen in Bezug auf einen nachhaltigen Bergtourismus, Ressourcen schonende Ver- und Entsorgung sowie Beratung und Betreuung der Bergtouristen fehlt weitgehend. Kenntnisse über die Zusammenhänge von Schadstoffemissionen und Umweltschäden, von unsachgemäßer Entsorgung und Grundwasserverschmutzung u.a. sind längst noch nicht Allgemeingut – weder bei den Besitzern und Beschäftigten von Berghütten noch bei Behörden, touristischen Organisationen und Bergtouristen. Auch fehlt der Markt mit den einschlägigen Angeboten für die entsprechenden Geräte, Anlagen und Einrichtungen.
Hier sollen nun die in diesem Projekt geplanten Schulungen und Beratungen zur umweltgerechten Bewirtschaftung von Berghütten und Berggasthöfen einen Beitrag leisten, das umweltfreundliche Wirtschaften in den Hütten zu fördern. Dem gleichen Ziel dient die geplante Entwicklung einer Kampagne zur Information und Sensibilisierung der Bergtouristen; auch sie soll das Verständnis für die Natur und das umweltgerechte Verhalten in den Bergen verbessern. Zielgruppe der Schulungen und Beratungen sind Besitzer, Personal und Nutzer der Hütten und Gasthöfe in den rumänischen Karpaten, aber auch in den benachbarten Karpatenländern.

Die Themen der Schulungen und Beratungen sind:

  • Versorgung:
    Versorgung in Insellagen, Wassermanagement, regenerative Energien
  • Entsorgung:
    Abfallreduzierung, Müllentsorgung, Kläranlagen
  • Umweltfreundlicher Zugang zu den Bergquartieren:
    Förderung des öffentlichen Nahverkehrs durch konzertierte Initiativen der touristischen Organisationen, der Hüttenbesitzer und der lokalen Behörden
  • Sensibilisierung der Bergtouristen für Natur und Umwelt:
    Entwicklung einer Kampagne zur Förderung des umweltfreundlichen Verhaltens in den Hütten und auf den Bergen
  • Nachhaltige Gästebetreuung und Gastronomie:
    Verwendung regionaler Produkte, Aufbau von Liefersystemen mit regionalen Produzenten sowie Information und Beratung der Besucher im Sinne einer ganzheitlichen Kundenorientierung, die über das reine gastronomische Angebot (Unterkunft und Verpflegung) hinausgeht.

Die Schulungen und Beratungen in den Karpaten werden von rumänischen Trainerinnen und Trainern mit langjähriger Erfahrung in der Umsetzung von Umweltschulungen und –maßnahmen durchgeführt. In die aktuelle Thematik der um-weltfreundlichen Umgestaltung von Berghütten werden sie zuvor in einer Train-the-trainer-Schulung von Hütten- und Tourismusexperten aus dem Alpenraum eingeführt. Dort wurden in den letzten Jahren umfangreiche Erfahrungen in der nachhaltigen Bewirtschaftung und in der umweltfreundlichen Gestaltung von Berghütten gemacht. Die Ergebnisse sind für einen Innovationstransfer in andere europäische Gebirge bestens geeignet.

Die Schulungen in den Karpaten werden von der rumänischen Organisation
ECOURI VERZI (Grünes Echo) durchgeführt. ECOURI VERZI hat sich u.a. durch die Aktion ECO AVRIG einen Namen gemacht; dabei wurde das Gebiet eines Karsees in den Karpaten vollständig vom Bergsteigermüll der letzten hundert Jahre geräumt und durch eine Informationskampagne bei den Bergsteigern das Verständnis für die Natur und ein umweltfreundliches Verhalten gefördert.

Die Teilnehmer werden aus Rumänien und aus anderen Karpatenländern kommen. Dafür werden die internationalen Kontakte des ISF München und von ECOURI VERZI genutzt.

ProjektbearbeiterInnen

Projektlaufzeit

12/2008 bis 11/2009

Projektträger

Das Projekt wird von der der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.