Zukunftsfähige KI – Menschengerechte Gestaltung der MMI

Projektbeschreibung

Menschengerechte Gestaltung der Mensch-Maschine-Interaktion bei künstlicher Intelligenz

Auf politischer, gewerkschaftlicher und betrieblicher Seite aber auch auf Seiten der Technikentwicklung besteht ein hoher Bedarf an Orientierungswissen und Regelungen bezüglich einer humanen und nachhaltigen Gestaltung und einer entsprechenden Implementierung von künstlicher Intelligenz in der Arbeitswelt. Ein zentrales Gestaltungsgebiet, für das eigene Regelungen entwickelt werden (müssen), betrifft die Mensch-Maschine-Interaktion. Denn zunehmend interaktive und lernende informationstechnische Systeme können so designt werden, dass sie den Beschäftigten als „Quasi-Akteure“ gegenübertreten. Dies stellt neuartige Anforderungen nicht nur an die Technikgestaltung sondern auch an Integration in die Arbeit sowie an eine geeignete Regulierung bis hin zur Normierung. Insbesondere Maschinelles Lernen dringt aktuell in neue Tätigkeits-/Anwendungsbereiche vor und lernende Systeme übernehmen in gewissen Prozessen das „Steuer“ bzw. die „Handlungsträgerschaft“. Die Folge sind veränderte Tätigkeiten und Neuschneidungen in der betrieblichen „Arbeitsteilung“ von menschlichen Tätigkeiten und automatisierten Prozessen.

Ziele

Das Projekt greift auf umfangreiche Vorarbeiten am ISF München zurück, in denen die Grundzüge des Reflexions- und Bewertungsinstruments „HAI.MMI: Humanizing AI Men-Machine-Interaction“ entstanden sind. In dem von der Hans-Böckler-Stiftung (HBS) geforderten Projekt wird nun das HAI.MMI-Konzept evaluiert und so aufbereitet bzw. weiterentwickelt, dass es als betriebliche Orientierungshilfe dienen kann, um eine menschengerechte und sozial nachhaltige Gestaltung der MMI bei KI bereits bei der Entwicklung stark interaktiver KI-Systeme zu fördern. Auf Basis des Reflexions- und Bewertungsinstruments HAI.MMI, das sich vor allem an Akteure der Forschung, Entwicklung, Implementierung und Bewertung von KI-Systemen in der Arbeit wendet, soll so ein Praxis-Leitfaden für Betriebsräte, Personalverantwortliche, Beschäftigte, Gewerkschaften und weitere Akteure der Arbeits- und Technikgestaltung erstellt werden, um Anforderungen an die Gestaltung von interaktiven KI-Systemen zu formulieren. Dieses unterstützt dabei, Einführungsprozesse überprüfend zu reflektieren und zu gestalten.

Ziel ist es, dabei zu unterstützen, dass Aspekte des nachhaltigen und humanen Umgangs mit Arbeitskraft bereits in den Designanforderungen an KI und deren Einsatz verankert werden (vgl. Gute (digitale) Arbeit by Design, erfahrungs- und lernförderliche Arbeit etc.). Wichtig ist, dass der Mensch „im Mittelpunkt des digitalen Wandels“ steht und „KI in den Dienst der Menschen“ gestellt wird. Damit dies keine bloßen Floskeln im Leitbild „KI made in Germany/EU“ bleiben, müssen Gestaltungskriterien nicht nur normativ (z.B. durch Ethikleitlinien) formuliert, sondern vor allem auch – wo es geht – funktional bzw. sozial, ökonomisch und ökologisch rational begründet und operativ konkret verankert werden.

Vorgehen

Im Rahmen des Projekts wird auf dem bestehenden Grundkonzept „HAI.MMI“ aufgebaut. Dieses wird auf Basis von Interviews und Workshops mit Expert*innen aus der Forschung und aus der betrieblichen Regulierung und Praxis evaluiert, ggf. weiterentwickelt und durch einen Leitfaden ergänzt. Ergebnis ist ein zielgruppen-spezifisch erweitertes Bewertungs- und Gestaltungsinstrument mit dem Leitfaden „Zukunftsfähige KI“. Dies bietet eine große Chance, Aspekte eines nachhaltigen Umgangs mit Arbeitskraft bereits in den Designanforderungen an KI und deren Einsatz zu verankern (vgl. Gute Arbeit by Design). Aufgebaut wird dabei zudem auf den „Kriterien für die menschengerechte Gestaltung der Mensch-Maschine-Interaktion bei Lernenden Systemen“ (Whitepaper Huchler et al. 2020), die im Rahmen der Arbeiten auf der von acatech koordinierten Plattform Lernende Systeme. Plattform für künstliche Intelligenz, Arbeitsgruppe Arbeit/Qualifizierung, Mensch-Maschine-Interaktion des Ministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) entwickelt wurden.

ProjektbearbeiterInnen

Projektlaufzeit

01/2020 bis 06/2020

Projektförderung