KI – Mensch – Gesellschaft: Den Wandel des Mensch-Technik-Verhältnisses durch Künstliche Intelligenz ganzheitlich verstehen und bewerten (KI.Me.Ge)

Projektbeschreibung

Ziele und Fragestellungen

KI stellt eine Schlüsseltechnologie des technologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Wandels im 21. Jahrhundert dar. Immer mehr technologische Entwicklungen und Anwendungen bauen auf maschinellem Lernen und den dadurch entstehenden Möglichkeiten der Datensammlung, -nutzung und -verwertung auf. Aus der Perspektive der politischen Gestaltbarkeit und Steuerung wird angesichts der Fülle an wünschbaren und unerwünschten Einsatzmöglichkeiten und Folgen ein ganzheitliches Vorgehen bei der Entwicklung und Anwendung von KI angestrebt. Es gilt demnach, möglichst viele technologische, ethische, ökonomische, politische, rechtliche, soziale und kulturelle Aspekte zu berücksichtigen und den Menschen in den Mittelpunkt der Entwicklung zu stellen.

Um die Position von Deutschland im internationalen Wettbewerb zu stärken, wird auf Qualität und Nachhaltigkeit gesetzt. „KI made in Germany“ soll zum weltweit anerkannten Gütesiegel werden. Dazu gehört, KI menschenzentriert zu gestalten und ihren Einsatz zum Nutzen für die Bürger*innen sowie zum Wohle der Gesellschaft zu fördern und zu sichern. Dies bedarf jedoch einer systematischen Wissensbasis für ein realistisches, vorausschauendes und ganzheitliches Verständnis der gesellschaftlichen Potenziale aber auch der Grenzen und Risiken, die mit KI einhergehen.

Das Projekt KI.Me.Ge setzt an diesem Punkt an. Es beleuchtet aus unterschiedlichen Perspektiven die Veränderungen und Veränderungspotenziale des Mensch-Technik-Verhältnisses durch KI und die damit einhergehenden Herausforderungen einer ganzheitlichen Entwicklung und gesellschaftlichen Einbettung von KI. Im Vorhaben geht es somit um eine Einschätzung der gesellschaftlichen Relevanz von KI und um weitere Klarheit in Bezug auf die realistischen Chancen und Risiken, die mit der Entwicklung und Anwendung dieser Technologie in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen verbunden sind.

Vorgehen

Der Forschungszusammenhang KI.Me.Ge umfasst mehrere Teile und Ebenen, die systematisch aufeinander bezogen sind, um ein umfassendes Bild der Potenziale und Risiken von KI im Mensch-Technik-Verhältnis zu zeichnen:

  • Zwei empirische Fallstudien zur Einbettung von embodied und non-embodied KI in die konkrete Praxis von Arbeit
  • Eine qualitative Expert*innen-Befragung und ein quantitatives Survey zu Fragen der gesellschaftlichen Relevanz, Entwicklung und Einbettung von KI
  • Zehn wissenschaftliche Expertisen, die aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven ein realistisches Bild der gesellschaftlichen Wirkungen, Einbettungsmöglichkeiten und Folgen des Einsatzes von KI zeichnen

Während die wissenschaftlichen Expertisen das Thema „KI, Mensch, Gesellschaft“ breit und umfassend abdecken und an zentralen Punkten in die Tiefe gehen, entwickeln die beiden empirischen Fallstudien einen empirisch gehaltvollen praxisorientierten Zugang. Die qualitativen Expert*innen-Interviews und die quantitative Umfrage unterfüttern und ergänzen die Fragestellungen des Projekts. Alle drei Projektstränge stehen in einem engen Austausch und bilden einen gemeinsamen Forschungszusammenhang.

Ergebnisse

Die einzelnen Projektstränge werden im Produkt „KI-Atlas – Gestaltungsfelder und Reflexionsinstrument“ zusammengeführt. Der KI-Atlas enthält die folgenden Teile:

  • Die zusammengefassten Ergebnisse der zehn Vertiefungsstudien zu zentralen gesellschaftlichen Fragen rund um den Einsatz von KI (Fokus Makro-Level/ Gesellschaft)
  • Eine Darstellung realistischer Anwendungsformen und -szenarien von KI (Fokus Mikro- und Mesolevel/ Individuum und Organisation),
  • Eine Zusammenstellung der Ergebnisse der partizipativ angelegten qualitativen und quantitativen Befragungen von interdisziplinären Expert*innen rund um die Entwicklung, Anwendung und Rahmung bzw. gesellschaftliche Einbettung von KI
  • Ein mehrdimensionales Bewertungs- und Reflexionsinstrument für die KI-Entwicklung, -Anwendung und -Rahmung auf unterschiedlichen sozialen Aggregationsebenen (Mikro, Meso, Makro)
  • Ein empirisch fundiertes Thesenpapier mit Kernaussagen zum Verhältnis „KI-Mensch-Gesellschaft“

Der KI-Atlas richtet sich an Akteure der KI-Entwicklung und der Implementierung von KI in Organisationen, an Entscheidungsträger*innen auf allen Ebenen in Politik und Gesellschaft sowie an die Wissenschaft und die interessierte Öffentlichkeit. Der KI-Atlas gibt nicht nur fundiertes Wissen zu realen und realistischen Entwicklungen innerhalb der KI, sondern erlaubt auch einen differenzierten Blick auf mögliche und wahrscheinliche Folgen der KI-Entwicklung und des KI-Einsatzes für Individuen, Organisationen und zentrale gesellschaftliche Bereiche. Auf diese Weise trägt das Vorhaben zu einer sozial nachhaltigen Gestaltung und Einbettung von KI bei.

 

 

Ausschreibung von zehn wissenschaftlichen Expertisen

Im Rahmen des Projekts werden zehn wissenschaftliche Expertisen zu Fragestellungen des Mensch-Technik-Verhältnisses bei KI ausgeschrieben. Der Ausschreibungstext mit sämtlichen Informationen findet sich unter Stellenangebote

ProjektbearbeiterInnen

Projektlaufzeit

12/2020 bis 11/2022

Projektförderung

Das Projekt wird mit dem FKZ 01IS20095 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.