PARGEMA – Partizipatives Gesundheitsmanagement

Homepage des Projekts: http://www.pargema.de

Pressemitteilung vom 19. März 2007: Damit Arbeit nicht krank macht - Beschäftigte als Experten ihrer eigenen Gesundheit

Pressemitteilung vom 18. Mai 2009: Arbeit und Gesundheit in schwierigen Zeiten

Projektbeschreibung

Die Ausgangslage

Neue Arbeits- und Organisationsformen, die den Beschäftigten erweiterte Gestaltungs- und Verantwortungsspielräume überlassen, spielen heute eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung des zunehmenden Markt- und Innovationsdrucks. In allen Bereichen der Wirtschaft setzen gerade innovative und flexible Unternehmen auf die erweiterte Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Damit stellt sich zugleich in neuer Qualität die Frage, wie Gesundheit und Wohlbefinden der Beschäftigten zu erhalten sind. Die bestehenden Strukturen und Instrumente des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes reichen in vielen Fällen nicht mehr aus. Innovative Unternehmen benötigen daher Innovationen im Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Einerseits zeigen viele Untersuchungen, dass die Beschäftigten unter den Bedingungen neuer Arbeits- und Organisationsformen mit einem gestiegenen Arbeits- und Leistungsdruck konfrontiert sind. Vor allem wachsen die psychischen Belastungen, die häufig die Leistungsfähigkeit, die Regeneration und die Vereinbarkeit von Arbeit und Leben beeinträchtigen. Andererseits ist seit langem bekannt, dass größere Gestaltungs- und Verantwortungsspielräume unter bestimmten Bedingungen förderlich für Leistungsbereitschaft, Wohlbefinden und Gesundheit sind. Partizipative Arbeitsgestaltung stellt also neue Probleme, bietet aber auch neue Chancen für die Gesundheitsförderung; sie enthält ein salutogenes Potenzial.

Ziele des Projekts

Hier setzt das Projekt PARGEMA an. Es zielt darauf, die erweiterten Partizipationschancen der Beschäftigten systematisch auf das betriebliche Gesundheitsmanagement zu übertragen. Sie sollen zu Experten in eigener Sache werden – nicht nur in Bezug auf Arbeitsinhalte, sondern auch in Bezug auf ihre Gesundheit in der Arbeit. Das bedeutet auch, dass sie zunehmend selbst zu Akteuren im betrieblichen Gesundheitsmanagement werden, in Kooperation mit Führungskräften und Institutionen des Arbeitsschutzes. Unter den Bedingungen einer zusehends dynamischeren Organisations- und Belastungsentwicklung reichen einmalige Eingriffe und Festlegungen nicht mehr aus – betriebliches Gesundheitsmanagement ist als kontinuierlicher Verbesserungsprozess zu verstehen. PARGEMA konzipiert diesen Prozess als Innovationsspirale.

Das Projekt dient der Entwicklung, Erprobung, Evaluation und Verallgemeinerung von Gestaltungsansätzen eines partizipativen Gesundheitsmanagements, das den Leitbildern „Prävention durch Partizipation“ und „kontinuierlicher Präventionsprozess“ verpflichtet ist. Das bedeutet:

  • In den am Projekt beteiligten Unternehmen werden partizipative Präventionsprozesse in Gang gesetzt und begleitet;
  • Verfahren, Richtlinien und Instrumente zur Unterstützung von Innovationsspiralen im betrieblichen Gesundheitsmanagement werden entwickelt und verallgemeinert;
  • neue Beteiligungsformen und Akteurskonstellationen im Gesundheitsmanagement werden angeregt und unterstützt;
  • Informations- und Beratungsangebote für den breiten Transfer in Unternehmen verschiedener Größen und Branchen werden konzipiert und erprobt.

Innovationsspirale

Dem Projekt liegt das idealtypische Modell einer partizipativen Innovationsspirale zugrunde. Wenn alle Gestaltungsschritte durchlaufen sind, ist der Grundstein für ein erneutes Durchlaufen des Prozesses auf höherer Ebene gelegt .

Gestaltungsschritt 1: Partizipationskompetenz weiterentwickeln

Gestaltungsschritt 2: Gefährdungen und gesundheitsförderliche Potenziale identifizieren

Gestaltungsschritt 3:
Gestaltungsanforderungen ableiten und Maßnahmen entwickeln

Gestaltungsschritt 4: in konkrete Institutionen und Akteurskonstellationen umsetzen

Gestaltungsschritt 5: Wirkung und Nachhaltigkeit der Maßnahmen überprüfen

Beim letzten Schritt werden von allen Beteiligten die Verbesserungen evaluiert und Ausgangsprobleme für einen neuen Zyklus der „Innovationsspirale“ identifiziert. Damit ist zugleich Gestaltungsschritt 1 des neuen Zyklus anvisiert: die Beurteilungskompetenz der Beschäftigten zu fördern und ihre Weiterentwicklung zu unterstützen.

Projektpartner

Das ISF München koordiniert das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben und befasst sich mit den Fragen der Arbeits- und Organisationsgestaltung.

Partner im Projektverbund sind:

ProjektbearbeiterInnen

Projektlaufzeit

06/2006 bis 11/2009

Projektträger

Bundesministerium für Bildung und Forschung, Projektträger DLR im Förderprogramm "Innovationsfähigkeit in einer modernen Arbeitswelt", Rahmenkonzept "Präventiver Arbeits- und Gesundheitsschutz"