POWer.net – Planung und Optimierung wandlungsfähiger globaler Wertschöpfungsnetzwerke

Projektbeschreibung

Ausgangslage

Deutsche Produktionsunternehmen sind zunehmend in globale Wertschöpfungsnetzwerke eingebunden. Solche Netzwerke beruhen auf komplexen Wirkmechanismen die häufig weder vollständig bekannt sind, noch prognostiziert werden können. Austauschprozesse und Aktivitäten müssen entlang dynamischer Wertschöpfungsketten verlässlich geregelt werden. Ressourcenverteilungen, Ziele, Beteiligte und Grenzen des Netzwerks müssen fortlaufend reflektiert und entsprechend koordiniert werden. Zusätzlich zu solchen Unwägbarkeiten sehen sich Unternehmen mit einem wachsenden internationalen Wettbewerbsdruck konfrontiert, der eine Verkürzung von Produktlebenszyklen, Entwicklungs- und Lieferzeiten vorgibt, sowie eine Zunahme der Typenvielfalt verlangt. Um die eigenen Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und zu stärken müssen sich Unternehmensnetzwerke schnell und effizient auf die dynamischen externe Entwicklungen und interne Wandlungsprozesse, auf die sie nur geringen oder gar keinen Einfluss haben einstellen. Kurzfristige flexible Anpassungen innerhalb der Leistungserstellung (z.B. durch Mehrfachqualifikationen) reichen jedoch häufig nicht aus, um die vielfältigen Einflussgrößen eines Wertschöpfungsnetzwerks zu beherrschen. Vielmehr bedarf es der Entwicklung und Gestaltung wandlungsfähiger Strukturen im gesamten Produktionssystem, welche eine schnelle und nachhaltige Anpassung von Organisation und Technik bei einem gleichzeitig geringen Investitionsaufwand ermöglichen.
Das Verbundvorhaben Powernet richtet deshalb auf die neuartige und ganzheitliche Planung und Verbesserung von wandlungsfähigen globalen Wertschöpfungsnetzwerken in den Dimensionen Produktion (wbk), Logistik (BIBA) und Organisation (ISF München). Damit wird sowohl forschungsstrategisch als auch umsetzungspraktisch Neuland betreten, wobei das ISF schwerpunktmäßig die notwendigen Prozesse und Voraussetzungen in den Perspektiven der strukturellen und personellen Wandlungsfähigkeit der Unternehmensnetzwerke und entlang der Wertschöpfungskette bearbeitet. Im intensiven Austausch mit den Industriepartnern werden die Kooperationsbeziehungen und Kompetenzanforderungen der Beschäftigten untersucht und Konzepte für eine verbesserte Nutzung der organisationalen und personellen Ressourcen der Unternehmen entwickelt.

Ziele des Projekts

Das Verbundvorhaben Powernet richtet sich auf die Beherrschung globaler Wertschöpfungsnetzwerke und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher produzierender Unternehmen im globalen Umfeld durch:

  • die Transparenz der Wirkzusammenhänge im Netzwerk
  • die mehrdimensionale, nachhaltige Zielausrichtung und die kontinuierliche Anpassung des Netzwerks statt einer rein kostenorientierten, kurzfristigen Bewertung
  • einen ganzheitlichen Ansatz der Bereiche Produktion, Logistik und Organisation
  • eine Balance von zentraler Gestaltung und Erhalt der Stärken dezentraler Einheiten

Vorgehen

Das ISF München untersucht im Projekt die Wandlungsfähigkeit netzwerkförmiger Unternehmensstrukturen im internationalen Kontext, neue Formen der Arbeit und veränderte Kompetenzanforderungen. Dazu werden mithilfe von qualitativen Interviews und einem quantitativen Fragenkatalog die Netzwerkstrukturen und zentrale Wandlungsprozesse aufgenommen, abgebildet und typisiert. Ziel ist die Bestimmung von Netzwerktypen und ihrer Bedeutung für unterschiedliche Formen von Organisation und Kompetenz. Ausgehend von der gewonnenen Datengrundlage sollen wesentliche Treiber, die den Wandel von Netzwerken verursachen, identifiziert werden sowie Stärken, Schwächen und Verbesserungspotentiale, die im Personaleinsatz und den Organisationsstrukturen liegen, herausgearbeitet werden. Nicht zuletzt werden Befähiger des Wandels abgeleitet und bewertet, sowie Lösungskonzepte für die Entwicklung von Kompetenzprofilen, Kommunikations- und Koordinationswegen erarbeitet.

Koordination und Partner

Das Projekt wird koordiniert vom wbk Institut für Produktionstechnik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).
Forschungspartner ist neben dem ISF München das BIBA – Bremer Institut für Produktion und Logistik GmbH (BIBA) der Universität Bremen.
Die acht Industriepartner des Projekts sind:

  • Axxom Software AG, München
  • Dürr Systems GmbH, Bietigheim-Bissingen
  • EMC Deutschland GmbH, Ismaning
  • era-contact, Bretten
  • KSB AG, Frankenthal
  • Norddeutsche Seekabelwerke GmbH, Nordenham
  • SCHOTT AG, Mainz
  • Wespig Textil Logistik GmbH, Bremen

ProjektbearbeiterInnen

Projektlaufzeit

09/2010 bis 08/2013

Projektförderung

Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) innerhalb des Rahmenkonzepts „Forschung für die Produktion von morgen“ gefördert und vom Projektträger Forschungszentrum Karlsruhe (PTKA), Bereich Produktion und Fertigungstechnologien (PFT), betreut.