TRUST – Teamwork in unternehmensübergreifenden Kooperationen

Homepage des Projekts: www.trust-teamwork.de

Projektbeschreibung

Globalisierte Projektarbeit in der Automobilindustrie

Hochqualifizierte Wissens- und Entwicklungsarbeit ist in der Automobilindustrie fast ausschließlich Projektarbeit. Das gilt auch bei komplexen und global organisierten Projekten. Dabei kooperieren nicht nur verschiedene Unternehmen, sondern damit auch unterschiedliche Fachdisziplinen, Unternehmenskulturen und teilweise widersprüchliche Interessen. Entwicklungskooperationen sind so unterschiedlich wie die Konstellation der Beteiligten. Heterogene interorganisationale Kooperationen stellen – besonders kleine und mittelständische – Unternehmen vor immer wieder neue Anforderungen (z.B. in Form struktureller oder technischer Vorgaben) und Risiken (z.B. der Weitergabe sensiblen Wissens).

Innerhalb von Projekten muss auch bei oft unklarer Informationslage Vertrauen generiert werden, damit Kooperationen fruchtbar stattfinden, unnötige Regulierungsprozesse vermieden und die Kreativität und Stabilität der Prozesse erhöht werden können. Dies ist aber kein bruchloser und widerspruchsfreier Prozess: situativ kann es zu Loyalitätsproblemen mit dem Herkunftsunternehmen kommen und der Kampf um Ressourcen und Macht ist auch in Kooperationsbezügen präsent.

Projektarbeit ist daher gerade in global organisierter Kooperation Gegenstand weitreichender organisationaler, juristische und technischer Formalisierung. Diese Maßnahmen aber wirken oft nicht nur vertrauensförderlich (z.B. durch die Schaffung von Transparenz), sondern ebenso vertrauenverhindernd durch übertriebene Kontrolle und Ausufern des dafür notwendigen Aufwands. Flexibilität, Stabilität und Vertrauen stehen in einem spannungsreichen Dreieckverhältnis. Konkrete Handlungsempfehlungen zur Auflösung der bestehenden Spannungen fehlen bisher, viele Synergien können daher gerade auch von kleinen und mittleren Unternehmen nicht (optimal) genutzt werden.

Permanente Vertrauensgenese in unternehmensübergreifenden Entwicklungskooperationen – Analyse und Gestaltung

Das Gelingen dauerhaften Vertrauens in unternehmensübergreifenden Projekten bei eventuell wechselnder Konstellation der Partner ist das zentrale Ziel des Forschungsprojekts. Drei Faktoren, die Innovationskraft und Effizienz der Entwicklungszusammenarbeit maßgeblich beeinflussen, sind dabei im Blick: Die verschiedenen Arten von Projektorganisation und Projektstruktur hinsichtlich der beteiligten Unternehmen, die spezifische Regulierung der Projektorganisation auf formeller- wie informeller Ebene sowie die Rolle des Vertrauens in der Zusammenarbeit. In der Analyse und der Gestaltung geht es also um die Frage: Wie geht Vertrauen in globaler Projektarbeit? Wie entsteht es immer wieder neu? Wie sieht eine vertrauensförderliche Projektorganisation aus und welche Kompetenzen brauchen dafür die Mitarbeiter?

Bearbeitet werden diese Fragen interdisziplinär aus sozialwissenschaftlicher und ingenieurwissenschaftlicher Perspektive und in praxis- und anwendungsbezogener Zusammenarbeit mit mehreren Zulieferunternehmen der Automobilindustrie. In dem von der TU Darmstadt koordinierten Projekt beschäftigt sich das ISF München mit den impliziten Fähigkeiten der Beschäftigten im Umgang mit und jenseits formaler Strukturen der Teamarbeit. Es geht um die Ausprägungen von Erfahrungswissen und Arbeitsvermögen im alltäglichen Innovationshandeln und um deren Rolle beim Aufbau von Vertrauen in den Kooperationsprozessen.

Forschungspartner:

  • Koordination: Technische Universität Darmstadt, Fachgebiet Arbeit, Technik und Gesellschaft am Institut für Soziologie
  • Fraunhofer-Institut für Arbeitswissenschaft und Organisation IAO

Unternehmens- und Verbandspartner:

  • Marquard GmbH, Rietheim-Weilheim
  • Em engineering methods AG, Darmstadt
  • Umicore AG & Co. KG, Hanau
  • Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. Kommanditgesellschaft, Coburg
  • Mann + Hummel GmbH, Ludwigsburg
  • ZF Sachs AG, Schweinfurt
  • VIA Consult GmbH + Co. KG, Olpe
  • RLE Rhein Main Produktentwicklungsgesellschaft GmbH, Rüsselsheim
  • IG Metall Vorstand, Abt. Bildungspolitik
  • Zentralverband der Elektro- und Elektronikindustrie (ZVEI)

ProjektbearbeiterInnen

Projektlaufzeit

08/2009 bis 07/2013

Projektträger

Das Vorhaben wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union gefördert. Betreut wird das Projekt vom Projektträger im DLR, Organisationseinheit Arbeitsgestaltung und Dienstleistungen.