UMDIA – Unterbrechungsmanagement bei digital gerahmter Interaktionsarbeit. Teilprojekt: Entwicklung und Evaluation von unterbrechungssensiblen Analyse- und Gestaltungsinstrumenten für Interaktionsarbeit bei unternehmensbezogenen Dienstleistungen

Projektbeschreibung

Ziel und Ergebnisse des Vorhabens

Das Projekt UMDIA verfolgt das Ziel, neue Analyse- und Gestaltungsinstrumente für den Umgang mit Unterbrechungen zu entwickeln, die den spezifischen Merkmalen digital gerahmter Interaktionsarbeit gerecht werden. Auf diese Weise soll Interaktionsarbeit in Dienstleistungsbeziehungen unterbrechungssensibel und belastungsarm gestaltet werden und das Potenzial der Digitalisierung genutzt werden.

Zum einen sollen vermeidbare Unterbrechungen erkannt und reduziert werden; zum anderen sollen diejenigen Unterbrechungen produktiv genutzt werden, die zum Wesen der Dienstleistungsbeziehung gehören. Die Instrumente werden gemeinsam mit den Projektpartnern modellhaft entwickelt, erprobt, evaluiert und in die Breite transferiert.

Ausgangspunkt ist eine Anforderungsanalyse, in der mit Hilfe qualitativer Sozialforschung die Art und Bedeutung von derzeitigen Unterbrechungen bei unternehmensbezogenen Dienstleistungen in der Fabrikplanung und der agilen IT-Entwicklung untersucht werden. Hierzu wird Interaktionsarbeit im Zusammenhang mit „Verhandeln und Realisieren“ im Engineering und der Fabrikplanung sowie im Zusammenhang mit „agilem Entwickeln und vernetztem Kollaborieren“ in der Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern im Ökosystem (SWE-Branche) empirisch-konzeptuell erfasst.

Mit den Praxispartnern Fahrion Engineering und CAS Software AG baut das ISF München anschließend Ansätze auf, die für unternehmensbezogene Dienstleistungen genutzt werden können.

Insgesamt werden gemeinsam mit den Verbundpartnern die folgenden Instrumente für ein interaktionsarbeitssensibles branchenübergreifendes Unterbrechungsmanagement bei digital gerahmter Interaktionsarbeit entwickelt und als Ergebnis vorgelegt:

  • ein Analysesystem zur Unterscheidung von Unterbrechungen
  • ein Leitfaden zur Anpassung der unternehmensinternen Prozesse an die Erfordernisse von Interaktionsarbeit
  • Gestaltungsgrundsätze für humane digital gerahmte Interaktionsarbeit
  • ein qualitatives ökonomisches Wirkmodell für Interaktionsarbeit
  • Anwendungsszenarien für ein Unterbrechungsmanagement in den beteiligten Unternehmen.

 

Das ISF München ist in UMDIA federführend sowohl für die Entwicklung eines Leitfadens zur Anpassung der unternehmensinternen Prozesse an die Erfordernisse von Interaktionsarbeit als auch für die Entwicklung der Anwendungsszenarien für das Unterbrechungsmanagement bei Interaktionsarbeit in den einzelnen Unternehmen und deren modellhafter Umsetzung zuständig. Es engagiert sich gemeinsam mit der Universität Augsburg insbesondere für das Ziel „guter Interaktionsarbeit“, die in aktuellen Arbeitssettings erforscht und gestaltet wird. Das ISF München bringt hierfür eine adäquate Arbeitsorganisation, Technikunterstützung und Kompetenzentwicklung im Feld der unternehmensbezogenen Interaktionsarbeit voran.

Sowohl das Konzept der Interaktionsarbeit als auch die Belastungsforschung profitieren von dem ausdifferenzierten Blick auf die unternehmensbezogene Interaktionsarbeit, der im industriellen Kontext ein immer größerer Stellenwert zukommt.

Gesamtbild „Interaktionssensibles Unterbrechungsmanagement für digital gerahmte Arbeit“

Forschungspartner
Entwicklungspartner
Außerdem als Umsetzungspartner beteiligt:

ProjektbearbeiterInnen

Projektlaufzeit

06/2020 bis 02/2023

Projektträger

Das Verbundprojekt wird mit dem FKZ 02L18A123 im Rahmen des Forschungsschwerpunktes "Zukunft der Arbeit: Arbeiten an und mit Menschen" im Rahmen des FuE-Programms "Zukunft der Arbeit" als Teil des Dachprogramms "Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen" vom 10.08.2017 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Europäischen Sozialfonds gefördert.

Betreut wird das Projekt vom Projektträger Karlsruhe PTKA.