Z&L – Arbeit unter Marktdruck? Neue Steuerungsformen und Leistungspolitik

Projektflyer

Projektbeschreibung

Fragestellung

Die Forderung nach mehr Wettbewerbsfähigkeit und mehr Leistung betrifft heute fast alle gesellschaftlichen Bereiche. Gleichzeitig verändert sich das Leistungsverständnis grundlegend: Traditionelle Leistungsmaßstäbe wie Aufwand, Anstrengung und Arbeitszeit verlieren an Bedeutung – stattdessen vergrößert sich der Einfluss neuer Leistungsmaßstäbe, die Leistung einzig nach dem Ergebnis und dem Erfolg am Markt bewerten.

Das Forschungsprojekt untersucht den Wandel von Leistungsanforderungen und Leistungsbedingungen von Mitarbeitern vor dem Hintergrund neuer marktorientierter Steuerungsformen. Es fragt nach Entwicklungen des Leistungsverständnisses, die generelle gesellschaftliche Bedeutung haben, und nach deren Folgen für die Unternehmen und ihre Mitarbeiter sowie für die arbeitspolitischen Akteure.

Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die Mitarbeiter. Die Einführung und die Umsetzung neuer Steuerungsformen erfordert die Einbeziehung ihrer individuellen Erfahrungen, Kompetenzen und Bedürfnisse. Die Motivation und Orientierung der Mitarbeiter an Leistung und Erfolg ist bestimmend für die Unternehmenskultur und für den Unternehmenserfolg.

Ziel

Moderne Unternehmenskonzepte konfrontieren die Mitarbeiter möglichst unmittelbar mit den Anforderungen von Kunden und Märkten – sie sollen „unternehmerisch“ denken und handeln. Diese Marktorientierung wird durch unterschiedliche arbeitszeit- und leistungspolitische Konzepte in die Unternehmen implementiert, die von variablen Entgeltmodellen und Zielvereinbarungen bis hin zu Vertrauensarbeitszeitmodellen reichen. Für die Praxis setzen hier zentrale Fragen an:

  • Wie und mit welcher Dynamik setzen sich branchen- und betriebsspezifisch die neuen Steuerungsformen durch? Welche Umsetzungsschwierigkeiten und Erfolgschancen gibt es für Unternehmen?
  • Wie kommen die Mitarbeiter damit zurecht? Verändert sich ihre Leistungsorientierung und Wahrnehmung von Leistungsgerechtigkeit? Wie kann eine Balance zwischen Förderung und Überforderung der Mitarbeiter gefunden werden?
  • Welche Gestaltungsmöglichkeiten ergeben sich daraus für die Unternehmen, die Mitarbeiter und die arbeitspolitischen Akteure?
    Die besondere Forschungsperspektive dieses Projekts lässt Ergebnisse erwarten, die für Unternehmen und Beschäftigte, Gewerkschaften und Verbände, Wissenschaft und Politik gleichermaßen wertvoll sind.

Methode
Um ein möglichst breites Spektrum unternehmerischer Steuerungsformen von Arbeit zu erfassen, werden Unternehmen ausgewählt, die sich jeweils hinsichtlich des Grades ihrer Abhängigkeit von Marktanforderungen und hinsichtlich der Durchsetzung ergebnis- bzw. marktorientierter Steuerungsformen unterscheiden.
Die Analyse erfordert ein methodisches Vorgehen, das sowohl auf der Ebene des Individuums als auch auf der Ebene des Unternehmens ansetzt. Im Mittelpunkt stehen Interviews und Gruppendiskussionen mit Mitarbeitern. Sie sind eingebettet in Unternehmensfallstudien – Expertengespräche mit Vertretern der Geschäftsleitung und der betrieblichen Interessenvertretung.

ProjektbearbeiterInnen

Projektlaufzeit

05/2005 bis 06/2007

Projektträger

Hans-Böckler-Stiftung